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20 Jahre Mediation – Was kommt nun? Ein Ausblick auf die Zukunft der Mediation bei Gericht


OBERLANDESGERICHT BRAUNSCHWEIG – 17. Mai 2022

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der gerichtsnahen Mediation in Niedersachsen fand am 16.06.2022 in der Bibliothek des Landgerichts Göttingen eine Podiumsdiskussion statt, zu der der Präsident des Oberlandesgerichts Wolfgang Scheibel eingeladen hatte. Die Wahl des Ortes Göttingen ist dabei kein Zufall, schließlich ist das Landgericht Göttingen eines der Pilotgerichte in Niedersachsen gewesen, an dem den Bürgerinnen und Bürgern das Mediationsverfahren angeboten wurde.

Auf dem Podium fanden sich neben dem Präsidenten des Oberlandesgerichts Wolfgang Scheibel der ehemalige Präsident des Oberlandesgerichts Celle Dr. Peter Götz von Olenhusen, die Präsidentin des Deutschen Anwaltvereins Edith Kindermann sowie der Vorsitzende des Göttinger Anwaltsvereins Jan Thomas Ockershausen ein.

Zunächst begrüßte die Präsidentin des Landgerichts Gabriele Immen die 50 Gäste aus der niedersächsischen Richter- und Anwaltschaft. Im Anschluss stellten Wolfgang Scheibel und Peter Götz von Olenhusen die Anfänge der gerichtsnahen Mediation vor, die sich in Niedersachsen zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat. Dazu haben maßgeblich das „Göttinger Modell“ und die tatkräftige Unterstützung der neuen Konfliktschlichtungsmethode durch die Anwaltschaft beigetragen.

Gemeinsam mit den weiteren Gästen diskutierten sie anschließend angeregt den Ausblick auf die Zukunft: „20 Jahre Mediation – Was kommt nun?“ Einig waren sich sowohl die Richter- als auch die Anwaltschaft, dass die gerichtsnahe Mediation als weiteres Mittel der Streitschlichtung aus dem Gerichtsalltag nicht mehr wegzudenken ist. Die Qualität der Ausbildung von Güterichterinnen und Güterichter, die Einbindung der Anwaltschaft aber auch die Notwendigkeit, die gerichtsnahe Mediation fortzuentwickeln und deren Methoden insgesamt für die Arbeit bei Gericht brauchbar zu machen, wurde von den Teilnehmenden lebhaft diskutiert.

„Der große Erfolg der gerichtsnahen Mediation zeigt, welch elementare Rolle der Kommunikation bei der Streitschlichtung zukommt“, betonte Wolfgang Scheibel zum Abschluss. „Sie ist unabdingbar, um einen Konflikt zu lösen und den Beteiligten zu eigenen Lösungsansätzen zu verhelfen. Es muss das Ziel der Justiz sein, die Kommunikation der Beteiligten nicht nur in den Mediationsverfahren, sondern in sämtlichen Gerichtsverfahren in den Blick zu nehmen und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Dies wird die Akzeptanz der Justiz erhöhen und das Miteinander zwischen Justiz und den Rechtssuchenden fördern.“

Den Erfolg der gerichtsnahen Mediation belegen auch die Zahlen: So haben die Güterichterinnen und Güterichter im Zeitraum der vergangenen fünf Jahre beim Oberlandesgericht Braunschweig, bei den Landgerichten Braunschweig und Göttingen sowie den Amtsgerichten Braunschweig und Göttingen rund 2.500 Verfahren bearbeitet. Auch die Güterichterabteilungen der übrigen Amtsgerichte des Bezirks haben in dem vorgenannten Zeitraum in mehr als 600 Verfahren Mediationen durchgeführt.

Bild der Teilnehmer der Podiumsdiskussion   Bildrechte: OLG Braunschweig
Podiumsdiskussion

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Rike Werner

Oberlandesgericht Braunschweig
Pressesprecherin
Bankplatz 6
38100 Braunschweig
Tel: 0531 4882460 oder 0172 4115087
Fax: 0531 4882664

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